Lesestapel #17 @ Comic-Hive
Zwei bis drei Sätze von mir zu Gabriel Hardmans Monkeybrain-Debut Kinski gibt es im aktuellen Lesestapel im Comic Hive. Kinski ist mal wieder ein überaus tolle Monkeybrain-Comic geworden. Es ist unglaublich, wie es der digital-only Verlag schafft, ein derart hohes Niveau zu halten. Und es spricht Bände über den US Comicmarkt, dass die meisten der Titel in Print wohl kaum eine Chance hätten.
Legends of the Dark Knight #5
DCs Zweit- bzw. Printverwertung der gleichnamigen, wöchentlichen Digitalserie macht bisher weitestgehend richtig Spaß. Ein Heft beinhaltet immer 3 Digital-Episoden, die in diesem Fall eine abgeschlossene Geschichte bilden. Joshua Hale Fialkovs Story dreht sich in Ausgabe #5 weniger um den Dark Knight, der hier nur als eine Art störender Umwelteinfluss vorkommt, sondern stellt vielmehr den Ex-Cop und Privatdetektiv Slam Bradley in den Mittelpunkt. Der, das spuckt zumindest Google bzw. Wikipedia aus, hatte seinen Einstand bereits 1937 in Detective Comics #1 und ist eine Kreation des Duos Siegel/Schuster. Eine nette Idee, den auszugraben. Bradley wirkt auch ein wenig aus der Zeit gefallen, aber in Gotham fällt sowas zum Glück nicht weiter auf. Die Hard-Boiled-Private Eye-Story mit einer Hand voll Superheld ist auch ganz nett, Highlight ist aber ganz klar Zeichner Phil Hester. Ich war ja schon immer Fan, aber so langsam zeichnet sich der Gute auf meine Liste der Leute, deren Kram ich kaufe, egal was.
Gut
Red Team #2
Garth Ennis ist der König der Charaktere. Keiner anderer Comicautor entwickelt so unangestrengt, so beiläufig und in so wenig Seiten wirklich runde Figuren, die der Leser sofort an- und mitnimmt. Daher funktionieren auch seine oftmals vom Setting her nicht wirklich spannenden Ideen. Ein Sondereinsatzkommando, dass beschließt, die ganz schlimmen Finger, die mit juristischer Teflonbeschichtung, einfach umzulegen. Richter und Henker in einem. Das kann natürlich nicht gut gehen, und so versucht Ennis auch gar nicht, die Spannung darüber aufzubauen, ob das Red Team früher oder später gestellt wird. Das Wie ist entscheidend. Und das Wer bzw. durch wen. Wo wir wieder bei den Figuren – und deren Dynamik untereinander – wären. Das Artwork von Craig Cermak ist leider nur zweckmäßig. Zu oft erinnern einen die Gesichter an irgendwelche Schauspieler, und 10 (in Worten: zehn) mal den selben Kopf an diversen Stellen zu kopieren ist schon mehr als dreist. Dafür ist alles schön clean und man kann der Geschichte gut folgen.
Gut
Invincible #102
Nach dem schon fast lustlos zu nennenden Rumgeeiere vor der großen #100 und dem irgendwie vergeigten Jubiläum scheint sich Kirman wieder gefangen zu haben. Es gibt einen, zumindest von mir, unerwarteten Twist, der dennoch vollkommen logisch und nicht überkonstruiert erscheint. Und obwohl mehr als das halbe Heft von einer mächtigen Klopperei in Beschlag genommen wird geht die große Handlung voran. Gut so. Zeichner Ottley ist eh über jeden Zweifel erhaben. Auch Invincible #102 sieht wieder toll aus, ist nur leider etwas abwechslungsarm. Ein Großteil spielt auf dem, recht kargen, Mond. Dazu sehen die Viltrumites auch noch all, per Design, sehr ähnlich aus. Aber das ist nicht Ottleys Schuld. Er holt das Meiste raus. Einzig mit dem “neuen” Koloristen John Rauch will ich nicht warm werden. Dessen inflationärer Einsatz von colour-holds, also dem Einfärben von Tuschelinien, lässt das Artwork irgendwie unnötig unscharf und matschig wirken. Ein Jammer bei dem wirklich cleanen und scharfen Strich von Tuscher Cliff Rathburn. Aber das ist das besagte Jammern auf hohem Niveau. Unter Strich bleibt Invincible ein absoluter Pflichttitel für Superheldenfans.
auch Gut
Ich war beim Comicmann – 17.05.2013
Ich hab es getan. Ich war dann wirklich den zweiten Tag in Folge in meinem Stamm-Comicladen. Und diesmal war dann auch alles da (bis auf Sex #2, das irgendwie generell nicht geliefert wurde). Und es hat sich gelohnt:
- Savage Dragon #187
- Batman #20
- Suicide Risk #1 (das ich schon total vergessen hatte)
- Über #0 enhanced (womit auch immer das enhanced wurde)
- Über #1
- Prophet #35
- Wolverine and The X-Men #29
- B.P.R.D. Hell On Earth #107
- The Activity #12
- Chin Music #1 (von dem ich aus irgend einem Grund dachte es sei schwarz/weiß. Ist es nicht)
- Hawkguy #10
- Ten Grand #1
- The Walking Dead #110
- Winter Soldier #18
- Snapshot #4
Der Verkehr war natürlich in der Tat eine Zumutung.
Ich war beim Comicmann – 16.05.2013
Dummerweise war die Lieferung der letzten Wochen noch nicht da, und ich konnte nur die Hefte von vor über 3 Wochen abstauben. Und das waren Folgende:
- Fury Max #11
- The Unwritten #48
- Chew #33
- Daredevil #25
- Jupiter’s Legacy #1
- Invincible #102
- B.P.R.D. Hell On Earth #106
- B.P.R.D. Vampire #2
- Wolverine and the X-Men #28
- Wolverine and the X-Men #27 AU (warum eigentlich?)
- Dark Horse Presents #23
- The Walking Dead FCBD Special
- und den Previews May 2013
Jetzt könnte ich morgen noch mal hin, wenn der Rest da ist. Einerseits hab ich da wegen des zu erwartenden Pfingstwochenendverkehrs eigentlich wenig Bock drauf, andererseits müsste da aber das aktuelle Savage Dragon bei sein. Hm… immer diese Entscheidungen.
The Dark Knight Returns Teil 2
Okay, das Ding hat zugegeben schon etwas Staub angesetzt. Vor Äonen von meinem werten Kollegen sogar halbwegs aktuell in WordPress gehämmert, wartete es quasi nur auf die Veröffentlichung. Ich hatte zwischenzeitlich zunächst wenig Lust und das Review dann auch ganz vergessen. Damit die Mühe nicht umsonst war (und um vielleicht doch wieder etwas Leben in die Bude zu bringen), geht’s dann doch noch live, getreu dem Motto “Besser spät als nie”. Temporäre Bezüge also bitte ignorieren/geistig anpassen.
Auch wenn der Betreiber dieses Blogs den Quasi- Hiatus sozusagen bereits eingestanden hat, komme ich persönlich nicht umhin, der Vollständigkeit halber auch ein paar Worte zu The Dark Knight Returns Teil 2 loswerden zu wollen, der am vergangenen Freitag auf dem hiesigen DVD-Markt erschien.
Hatte man es bereits beim ersten Teil geschafft, aus einer Hälfte von Frank Miller’s berühmt-berüchtigter Miniserie einen absolut gelungenen und runden Film zu machen, setzt der hiermit nun komplettierte Zweiteiler allem auf diesen Sektor bisher dagewesenem die absolute Krone auf.
Denn die kompromisslose 1:1-Adaption, die auch als für sich stehende Animationsfilmreihe absolut funktionierend und gelungen umgesetzt wurde, setzt neue Maßstäbe.
Aus dem Quellmaterial wurde wirklich nichts zensiert, poliert, nachgeschliffen oder umgebaut. Sprecherperfomances und Sound sind phänomenal. Der Soundtrack vom Stammscorer Christopher Drake steht dem eines Hans Zimmer in nichts nach.
War etwa Superman: Doomsday eine so lose adaptierte Neuinterpretation des Originalcomics, dass einige Fans in der Natur der Sache meckerten, und Batman: Year One im Kontrast dazu wiederum so nah am Comic, dass die Filmdramaturgie darunter etwas litt, so ist Produzent Bruce Timm und seiner Crew mit The Dark Knight Returns das absolute Meisterstück gelungen. Mag sein, dass es TDKR einem dabei nicht mal unbedingt so schwierig machte – hinkriegen muss man es aber natürlich trotzdem erst mal.
Ziemlicher Knaller. Und natürlich um Welten besser als Dark Knight Rises, der sich auch ein paar Elemente aus TDKR entlieh.
Ansonsten: Auch die Extras der zweiten DVD sind wieder mal eher mau, aber das ist Beschweren auf hohem Niveau.
Ausblick: Als nächstes kommt übrigens eine, dann wieder eher lose angegangene Adaption einer noch relativ jungen Superman/ Braniac-Story von Geoff Johns. Danach ist eine von Flashpoint geplant. In den beiden Fällen werde ich es dann wohl auch mal nicht so eilig haben, das zeitnah gesehen haben zu müssen, sondern auf den Preissturz warten …
In eigener Sache – JL8
Ein kurzer Werbehinweis:
Seit einiger Zeit greife ich dem lieben Mueli bei der Übersetzung von Yale Stewarts Webcomic JL8 etwas unter die Arme. JL8 ist Stewarts Version von DCs Justice League. Der Kniff dabei – alle Protagonisten sind Grundschüler. Was zunächst etwas platt klingen mag, wird vom Autor/Zeichner in Personalunion so liebevoll und kreativ umgesetzt, dass sich die großen Original da mal eine Scheibe bzw eine zweidrittel Wurst von abschneiden könnten.
Das sieht Mueli genau so, und hat es sich daher zum Ziel gesetzt, mit Hilfe seines Blogs Mueli77′s Feine Welt dieses ursprünglich auf Englisch erscheinende Webcomic-Kleinod auch dem deutschsprachigen Raum zugänglich zu machen – selbstverständlich in Absprache mit Yale Stewart.
Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass sich mir die geballte Großartigkeit von JL8 auch erst dank meiner Übersetzungsassitententätigkeit vollends erschloss. Darum hier also der Hinweis: JL8 ist sowohl optisch, als auch erzählerisch eine Bombe, nicht nur, aber vor allem auch, für DC-Fans. Ob nun im Original oder in unserer vielleicht nicht immer perfekten, aber stets bestmöglich gemeinten Übersetzung. Nicht verpassen.
I ♥ Comics
@templesmith I just got up! The ink calls- I’ll take it from here!! Tag me and I’ll get into the ring!
— Becky Cloonan (@beckycloonan) April 16, 2013




