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All-Star Superman (R.I.P. Dwayne McDuffie)

03/03/2011

Eines vorweg: Warum die erweiterte DC Showcase Kurzfilm-Sammlung mit der Titelstory Superman/Shazam!: The Return of Black Adam bisher nicht auf den europäischen Markt losgelassen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. All-Star Superman erschien dafür aber doch kürzlich, relativ zeitgleich zum Übersee-Release, auch hierzulande wieder inkl. deutscher Sychnro (ich bevorzuge es allerdings natürlich so oder so, Filme im Originalton zu schauen).

Das Erscheinen dieser DVD wird ein bisschen durch den traurigen Umstand überschattet, dass dessen Drehbuchautor Dwayne McDuffie kürzlich verstarb. McDuffie war in der Comic- und Cartoon-Szene ein sehr fähiger, Impulse gebender und von allen Seiten geschätzter Mann, und es ist sehr schade und traurig, dass ein so guter uns so früh verlassen musste.

Sozusagen als letztes Vermächtnis adaptierte er vor seinem sehr unerwarteten Tod die schon im Original recht besondere und viel gelobte 12-Hefte-Comicserie All-Star Supermann des erprobten Duos Morrison/Quitely fürs Heimkino.
Die große Frage, die bei dieser Adaption für mich zuvor im Raum stand, war: Schafft es dieser Trickfilm tatsächlich, das optisch wie erzählerisch besonders phantastische und irgendwie nostalgische Feeling der Vorlage einzufangen? Antwort: Ja, absolut. Die Optik von Quitely’s Zeichenstil wurde ganz gut in das Design integriert, dem immer noch sichtbar die Grundlage von Bruce Timm-typischen Sachen innewohnt. Und das Ganze wird mit herrlich surrealen und melancholischen Untertönen in seinen bewegten Bildern und Klängen der Vorlage auch absolut gerecht. In Bezug auf jene hat man außerdem auch gelungen die Elemente und Teilstories weggelassen, dessen Wegreduzierung für einen funktionierenden Film durchaus Sinn macht.

Einen Kritikpunkt hätte ich: Losgelöst von der Vorlage ist die allgemeine Dramaturgie vielleicht nicht ganz perfekt. Im Laufe des sehr Dialog-lastigen, insgesamt etwas ruhigerem, aber dennoch viel spektakuläre Actionszenen auffahrenden Films, wirken einzelne Passagen und Szenarios in den ca.73 Minuten manchmal vielleicht etwas aneinandergeklatscht abgehakt.

Es gibt aber dennoch viele Gründe, warum man mit All-Star Superman einen wirklich besonderen, fast schon wertvollen Film bekommen hat. Und alle laufen daraus hinauf, dass sowas wie das hier ein schon regelrecht gewagtes Nischenprodukt ist, in dem viel Herzblut und Liebe zum Genre steckt, mit der konsequent umgesetzten Haltung etwas zu machen, das ein krasses Gegenteil zu dem ist, was gerade auch Leute mit weniger Bezug zur Materie von einem Superman-Cartoon erwarten würden. Das hier ist keine „Kinderkacke“ und auch keine reine Popcorn-Unterhaltung in gezeichnet. All-Star Superman nimmt eine Popkultur-Ikone, und macht mit ihr – äußerlich wie inhaltlich – etwas, bei dem man wirklich schon von „Filmkunst“ sprechen möchte, und auch Cineasten mit eher etwas alternativem Geschmack nahelegen möchte, der Sache mal eine Chance zu geben.

Und, jetzt mal unter uns Geeks, es ist außerdem schön zu sehen, dass Bruce Timm und seine Crew es noch drauf haben, etwas abzuliefern, das vom reinen Actionfilmchen abweicht. Denn: War so mancher Cartoon aus dieser Talentschmiede in letzter Zeit doch etwas sehr auf das generische Spektakel ausgelegt worden, bekommen die Fans, die zuvor vor allem zu ungewöhnlicheren Projekten wie dem experimentellem Episoden-Anime Gotham Night, dem besonders retrostylish-ungewöhnlichem Justice League: The New Frontier, oder dem nach wie vor alles überschattendem Trickdrama-Klassiker Batman: Mask of the Phantasm am lautesten applaudierten, nun wieder mal das vorgesetzt, was sie an und in dieser Special Interest-Ecke am meisten begeistert. Wenn ich persönlich nämlich im Rahmen dieser Reihe gelegentlich so etwas wie das hier vorgesetzt bekomme, kann ich auch die wesentlich weniger „schweren“ Superhelden-Filmchen (wie z.B. Wonder Woman oder Green Lantern: First Flight) dazwischen auf eine ganz andere Art schätzen und genießen.

Von daher: Bitte, kauft diesen Film! Auf dass es noch auch weitere seiner Art geben wird.

Die Specials sind im Gegensatz zur US-Version etwas magerer, aber darüber sollte man hinwegsehen können.

Fazitär möchte ich es noch ein mal betonen: All-Star Superman ist nicht nur was für den geneigten Comicfan und DC-affinen Animationsfreund. All-Star Superman ist auch etwas, und das ist mein absoluter Ernst, das Ihr auch mal Euren Freunden mit Fincher/ Coen Brüder/ Lynch/ Aronofsky-Filmgeschmack vorsetzten könnt, um sie baff zu machen und anzufixen, was im scheinbar banal-kindischem Rahmen eines Superman-Trickfilms so alles möglich ist und tatsächlich existiert.

3 Kommentare leave one →
  1. 03/03/2011 23:41

    Das ich Dwayne McDuffie auch für einen sehr wichtigen Teil der Comicindutrie halte hab ich ja schon erwähnt. Vor 2 Tagen hab ich auch All-Star Superman gesehen und kann dir nur zustimmen. Der Film ist wirklich toll und endlich mal wieder einer der etwas mehr in die tiefe geht als die letzten Animated. Das Review hat mir auch wirklich sehr gefallen.

  2. jackluminous permalink
    04/03/2011 13:34

    Oh, Danke. Tue mich ja etwas schwer, vorschnell das Wort „Tiefe“ zu bemühen, aber dass man da jetzt auch endlich mal wieder einen Film bekommen hat, der erst mal etwas „anders“ ist, und etwas weniger der straighte Actionknaller nach Hollywood-Schema, wie es viele andere aus der Reihe in letzter Zeit waren, das begrüße ich tatsächlich sehr. Ich will ja nicht NUR Filme wie New Frontier oder diesen haben, aber eben auch nicht nicht nur solche wie Green Lantern/Wonder Woman/Red Hood, die ich ja auch gar nicht schlechtreden möchte, denn unterhaltsam sind auch die …
    Aber das machen sie schon ganz gut, zwischendurch dann doch mal wieder einen etwas ungewöhnlicheren rauszuhauen, es aber auch nicht damit zu übertreiben. Im Vergleich zum letzten Film der Reihe sieht man außerdem auch mal überdeutlich wieviel mehr ein McDuffie (RIP) einem Judd Winick (Batman: Under the Red Hood) voraushatte.

  3. 05/03/2011 17:39

    Ich muss sagen ich habe mich in jeder Minute des Films gequält ihn durchzustehen. Ich denke mal, wer die 12 All Star Superman Hefte nicht gelesen hat, wird auch mit dem Film seine Schwierigkeiten haben. Ich habe die Hefte zB. nicht gelesen und bin auch so kein Superman Fan, dennoch schaue ich jeden Animated Film der so rauskommt.
    Naja, jedenfalls hatte ich hier immer das Gefühl das hier viel zu viel nur angerissen wird und ständig neue Sachen eingeworfen werden. Da tauchen plötzlich leute auf und verschwinden auch ganz schnell wieder ohne wirklich was zur Story (des Films) beizutragen. da wären zum Beispiel dieser Samson und sein gefährte und die Kryptonier die auf einmal Metropolis an sich reissen. Man hätte sich halt hier nur auf die Story mit Superman und Lex stürzen sollen. Was mir noch übel aufgestoßen ist ist hier die extreme tölpelhaftigkeit von Clark. Das war mir zu viel des guten.

    Hat denn noch einer die deutsche BluRay? Ich kann nämlch am PC nicht die beiden Zeichntrickepisoden anwählen, da gelangt man immer nirgends wohin. N anderes BluRay Gerät zum testen besitze ich nicht, wo ich mal testen könnte😦

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