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Captain America #1 (2011)

24/08/2011

Pünktlich zum Kinostart bekommt Steve Rogers Kostüm, Schild und Titel zurück, alles zwischenzeitlich entliehen an seinen ehemaligen Partner Bucky, und darf wieder Captain America sein. Und damit der hypothetische Neuleser sich nach seinem Kinobesuch im Comicladen zurechtfindet, gibt es auch eine neue #1. Sonst ändert sich nicht wirklich viel, den Autor ist nach wie vor Ed Brubaker, der seinen sagenhaften Run mit dem Helden in Rot, Blau und Weiß vor 6 Jahren begann. Ebenfalls mit einer #1.Damals gab er der bis dato mal wieder etwas ziellosen Figur eine definitive Richtung und schuf einen Superhelden-Spionage-Thriller, der mit realen Themen spielte, aber auch Platz für schräge Kirby-Konzepte wie den Cosmic Cube oder Arnim Zola hatte. Eine gelungene Sache und sehr zu empfehlen. Kein Wunder also, dass Brubaker auch den Neustart inszenieren darf. Zu Seite stellt man ihm Steve McNiven, dem vielleicht besten Travis Charest nach Travis Charest, der jedoch einen gänzlich andere Stil pflegt als Brubakers bisherige Wegbestreiter. Eventuell darf man den Einsatz solch eines eher Action-orientierten Zeichners als Richtungswechsel hin zu mehr klassischen Superhelden-Storys werten.

Nach einer kurzen Einführung, die  Cap-Neulingen die Aufgaben und Herausforderungen eines WWII-Superhelden in der heutigen Zeit näher bringt, darf Steve Rogers bereits einen Attentäter verfolgen der sich als ehemaliger Mitstreiter entpuppt, der mit Captain America noch eine Rechnung offen hat. Dafür lässt er sich sogar mit dem Feind ein.
Eigentlich gibt es hier alles, was ein Captain America Heft braucht. Cap benutzt sein Schild, es gibt Rückblenden nach 1944, Hydra, Nick Fury und ein obskurer Golden Age Charakter haben einen Auftritt, und einen klassischen Schurken gibt es auch. Auch die Dialoge beherrscht Brubaker natürlich aus dem Effeff.  Und schlecht ist das auch nicht, aber bei einer neuen #1 hätte ich einfach mehr erwartet. Die Motivation zur Rache, Eifersucht, scheint etwas trivial. Und auch wenn ich Brubaker zutraue im weiteren Verlauf der Geschichte hier noch mehr rauszuholen oder mit einer Wendung zu überraschen, es ist diese Ausgabe die den Leser gewinnen muss. Und das gelingt nur bedingt. Erst recht wenn man es schon so viel besser gesehen hat. Das selbe gilt auch für die Actionszenen, die zwar ganz gut sind, aber nicht wirklich mitreißen.

Zeichner Steve McNiven und Tuscher Mark Moralis machen ihre Sache gut. McNiven hatte in der Vergangenheit schon mal den einen oder anderen Ausfall, hier ist er aber in Form. Seine Zeichnungen sind detailliert und trotzdem sehr clean. Sieht man eher selten. Die Anordnung der Panels ist oft sehr verspielt, was manchmal wirklich toll aussieht, aber nicht immer funktioniert. Hier wäre weniger mal wieder mehr gewesen. Aber im Großen und Ganzen passt das schon.

Captain America #1 ist ein recht typisches Superheldenheft, das man gut lesen kann, aber nicht wirklich lesen muss. Wer sich schon immer mal mit dem Supersoldaten beschäftigen wollte kann hier getrost einsteigen. Für langjährige Leser stellen sich aber langsam Ermüdungserscheinungen ein. Genau genommen ist das schon seit der Reborn Miniserie so, aber auch der Relaunch schafft es nicht die alte Begeisterung für den Titel wieder aufflammen zu lassen.
Okay


Writer – Ed Brubaker
Penciler – Steve McNiven
Inker – Mark Moralis
Colorist – Justin Sponsor
Letterer & Production – VC’s Joe Caramagna

Marvel Comics | September 2011 | $3.99

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