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Secret Avengers #16

09/09/2011

Secret Avengers ist irgendwie das Sorgenkind aus der Avengers-Ecke. Während die beiden Bendis-geführten Titel New Avengers und Avengers weiter Vollgas geben und Avengers Academy auch gut wegkommt eiert Secret Avengers identitätslos herum. Dabei fing es vielversprechend an. Es gab ein originelles Lineup und auch ein klare Aufgabe, welche die Secret Avengers von den restlichen Rächern abgrenzt. Während sich Earth Mightiest Heroes in aller Öffentlichkeit mit den Bösewichten kloppen schalten die SA potentielle Gefahren im verborgenen aus. Getreu dem Motto auf dem Cover: Run the mission, don’t get seen, save the world. Brubaker hatte nach dem ersten, ganz guten Arc und einem heraus- ragenden Stand Alone Heft irgendwie keine Lust mehr. Sein zweiter und letzter Arc war lahm und ziellos und auch der vielbeschäftigte Nick Spencer konnte keinen frischen Wind bringen. Im Gegenteil, verzettelte er sich doch bei den von ihm geschriebenen Fear Itself Tie Ins in konfusen Charaktergeschichten und haarsträubenden Metakommentaren. Vom ursprünglichen Einsatzgebiet der SA war jedenfalls nicht mehr viel übrig.

Nun soll also Warren Ellis die Kohlen aus dem Feuer holen. Gelingt es ihm? Bedingt. „Subland Empire“ ist die beste SA Story seit knapp einem Jahr. Das ist ja schon mal was, heißt aber andererseits auch nicht all zu viel. Ellis tut gut daran für diese abgeschlossene Story sein Team etwas einzudampfen. Steve Rogers (hier noch in seinem Outfit als Chef von SHIELD, und nicht bereits als Captain America), Beast, Black Widow und Moon Knight. Ant-Man, War Machine und Valkyrie müssen zu Hause bleiben. So bekommt aber jede Figur wenigstens was zu tun und niemand muss, wie so oft in Team Serien, dekorativ im Hintergrund rumstehen. Vor allem Beast ist schwer beschäftigt, darf er uns doch Ellis Ideen zum Thema Zeitreisen mitteilen. Denn das Shadow Council, eine Gegenspieler, der auf Brubakers ursprüngliche Story zurückgeht, hat sich einer von Dr. Dooms Zeitplattformen bemächtigt. Eine potentielle Waffe und somit eine passende Aufgabe für die Secret Avengers. Damit hat Ellis die Serie zumindest wieder auf ihren Pfad zurückgebracht. Der Rest ist ein großer Spaß. Es gibt ein Verfolgungsjagd mit einem atomgetriebenen Cadillac, eine unterirdische Stadt, und Moon Knight darf den Marvel-Batman geben. Da kann man auch mal drüber hinwegsehen, dass es natürlich die typischen, schnippischen und daher leider recht austauschbaren Ellis-Dialoge für alle Figuren gibt.

Gut für Ellis, dass er mit Jamie McKelvie jemanden hat, der sowohl seine ausgefeilt choreographierten Actionszenen als auch eine surreale Stadt wunderbar umsetzen kann. Und das macht er verdammt gut. Der Phonogram-Zeichner erweist sich als überraschend vielseitigund beweist, dass er mehr drauf hat als das Zeichnen von Britpop-Slakern. Und das ohne seinen offenen, von klaren Linien geprägten Stil (der von Colorist Matthew Wilson hervorragend betont wird) dabei zu opfern. Wirklich herausragende Arbeit.

Ein spaßiges, Action orientiertes und wunderbar gezeichnetes Heft, in dem Ellis (in Form von Beast) leider ein wenig mit seiner Faszination für futuristische Technologien nervt. Kennt man ja von ihm. Wen das nicht stört ist, der ist gut bedient. Eine richtige Story, oder sogar etwas tiefer gehende Themen oder Charakterentwicklungen gibt es nicht. Kann man sich drüber streiten, ob das in einem Superhelden Comic zwingend nötig ist. Da hilft es auch nicht wenn in den letzten beiden Panels noch mal ernstere Töne angeschlagen werden. Im Gegenteil, es wirkt eher wie eine Rechtfertigung für das Storyende, und somit aufgesetzt.
Gut


Writer – Warren Ellis
Artist – Jamie McKelvie
Color Artist – Matthew Wilson
Letterer – Dave Lanphear

Marvel Comics | October 2011 | $3.99

4 Kommentare leave one →
  1. 16/09/2011 10:12

    Ehrlich gesagt hat mich dieses Heft dazu gebracht zu überlegen SA aus dem Abo zu werfen. Ellis fährt hier seine Schiene die aber nicht wirklich zu Cap und Beast passt. Einfach mal so hunderte Menschen aktiv mit einer schmutzigen Atombombe töten ist etwas das Helden nicht tun sollte, bzw. etwas das ich nicht von Cap und Beast lesen möchte.

  2. 16/09/2011 12:19

    Was ist schlimmer/besser? Cap tötet einen, um den Tod eines anderen zu verhindern (schon vorgekommen, immerhin ist er Kriegsheld) oder er tötet hunderte um den Tod von tausenden zu verhindern? Ein im Prinzip nicht ganz uninteressante Frage die ja zu einem Titel wie SA auch passt. Sie kommt hier halt nur leider zu kurz.
    Ist natürlich tendenziell Out of Character, was ja bei Ellis nichts neues ist. Aber davon ab funktioniert es als Story, was ja mehr ist als man über die letzten 4-10 Hefte sagen kann.

  3. 16/09/2011 20:23

    Es ist besser wenn der Autor dem Helden eine Möglichkeit gibt das Problem zu lösen wie es sich für einen Helden gebührt… oder vielleicht habe ich mich einfach zu sehr von Supergods beeindrucken lassen.
    Allerdings hatten wir das Thema „töten wir x um das Leben von x*y zu retten“ in letzter Zeit einfach zu oft.

  4. 16/09/2011 21:51

    Ideal ist das nicht. Seh ich genau so. Aber wennd er Rest stimmt kann ich da schon mal drübe rhinwegsehen. Vor allem bei einem so angelegten Titel. Bei, sagen wir mal, Spider-Man fände ich das jetzt auch eher zu abwegig.

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