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Trailblazer

11/09/2011

Jimmi Palmiotti & Justin Gray, oder Graymiotti, wie man sie mittlerweile nennen könnte, sind sind ein schwer umtriebiges Autorenduo. Neben Jonah Hex, bzw. zukünftig All-Star Western und Freedom Fighters für DC, und der Claws II Miniserie für Marvel gab es zuletzt auch One Shots bei Image.
Einer davon ist Trailblazer, ein Bastard aus Western, Crime und Sci-Fi. Auftragskiller Jacob legt sich mit den falschen Leuten an. Diese Räumen aus Rache ordentlich in dem Waisenhaus auf, in dem Jacob aufwuchs. Es gibt eine Schießerei, an deren Ende Jacob in den Händen der Justiz landet. Seine einzige Chance ist es Informationen auszuspucken und ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen zu werden. Dieses ist eines der ganz sicheren Sorte, schickt es den aussagewilligen Gangster doch per Zeitmaschine in die Vergangenheit. Genauer gesagt ins Jahr 1896, besser bekannt als der Wilde, Wilde Westen. Im Umgang mit Schusswaffen geübt, baut Jacob sich dort ein neues Leben als Sheriff und Revolverheld auf. Aber seine Widersacher geben sich nicht so leicht geschlagen.

Jimmi Palmiotti steht auf Gangsterstorys, wie man z.B. an Back to Brooklyn sehen kann, und auf Western, wie man z.B. an Jonah Hex sehen kann. Und er hat beides auch drauf. Keine Frage. Warum also nicht die beiden Lieblingsgenres verknüpfen? Auch wenn die Verknüpfung arg konstruiert wirkt, es hat schon schrägeres funktioniert. Vor allem als Comic. Das Problem ist jedoch, dass es kaum eine Story gibt. Jedes Element, welches über die Grundidee hinausgeht ist ein zig-fach gesehenes, ultraflaches Klischee. Der Hitman mit dem Herz aus Gold, der das Waisenhaus mit Kohle versorgt. Der skrupellose Gangsterboss, der jede wissenschaftliche Warnung in den Wind schlägt. Mehr Plot Devices als runde Figuren. Man wird das Gefühl nicht los hier wurde eine unausgegorener Movie Pitch in Comicform gegossen, um mit dem Endprodukt bei Produzenten und Studios hausieren zu gehen.

Der Einsatz von Zeichner James Daily, eigentlich eher Konzeptzeichner für Videospiele, verstärkt den Eindruck noch. Er macht seine Arbeit ganz solide, mehr aber auch nicht. Es dürfte sich um eine typische Auftragsarbeit ohne viel Herzblut gehandelt haben, und das sieht man auch. Einen originellen Ansatz sucht man vergeblich. Stangenware. Das Dailys Name auf dem Cover falsch geschrieben ist rundet das Bild einer lieblos zusammengeschusterten, ja, man muss es Werbebroschüre nennen, ab. Selbst Covergott Dave Johnson kann mit einer 08/15 Komposition als Titelbild nicht überzeugen.

Ich muss noch ein paar Worte zum Anhang verlieren. Offensichtlich waren noch ein paar Seiten zu füllen, und so hat Palmiotti sein privates Fotoalbum geöffnet um dem Leser ein paar Schnappschüsse zu präsentieren. Das ist zwar nicht wirklich spannend, aber noch okay, so lange es sich um eine paar Convention Schnappschüsse handelt. Aber spätestens beim Hochzeitsphoto seiner Eltern (kein Scheiß!) fragt man sich wirklich, was das soll.
Was tun mit Trailblazer? Richtiger Schrott sieht anders aus. Aber mehr als eine notdürftig aufgefüllte Grundidee ist es auch nicht. Tut bei Lesen nicht weh, ist aber auch nach der letzten Seite bereits vergessen. Ich weiß nicht wer das wirklich braucht, außer vielleicht Ideenlose Hollywoodproduzenten, oder aber Fans von fremden Hochzeitsphotos.
Überflüssig


Written by  Justin Gray & Jimmy Palmiotti
Artwork by James Daily
Colors by Paul Mounts
Inks by Jimmi Palmiotti
Lettering & Design by Bill Tortolini

Image Comics | June 2011 | $5.99

4 Kommentare leave one →
  1. 11/09/2011 18:11

    Hatte ähnlich wie bei der Cowboys & Aliens Graphic Novel auch bei Trailblazer das Gefühl das man einfach ein Skript das kein Filmstudio haben wollte lieblos zu einem Comic umgeschrieben hat um villeicht doch noch einen Geldgeber zu finden.

  2. 12/09/2011 18:40

    Ich glaube so ähnlich war es auch. Sowohl Trailblazer als auch Tattered Man sind eigentlich Film bzw. Serienkonzepte aus der Schublade. Es aber direkt so offensichtlich runter zu schludern ist trotzdem frech.

  3. 12/09/2011 18:56

    Ich wollt das auch nicht gutheißen, wird aber in der Zukunft wohl noch viel häufiger vorkommen.

  4. 12/09/2011 19:13

    Bis Hollywood das Interesse verliert.

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