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The Chopping Block: Astonishing X-Men

19/11/2011

Ab und an muss mal was aus dem Abo/der Pulliste. Zum einen brauch man Platz für was neues im Budget, zum andern kommt es gerade bei Den Großen Beiden öfter mal vor das der Titel, den man liest, nach ein paar Jahren so gar nichts mehr mit dem zu tun hat warum man ihn ursprünglich mal ins Abo genommen hat. Ab und zu ertappe ich mich dabei das Heft nur noch aus Gewohnheit zu lesen und jedes mal mit einem „Naja“ weg zu legen. Zeit für den Chopping Block. Heute trifft es Astonishing X-Men.

Erste Ausgabe:  Astonishing X-Men #1 (July 2004)
Letzte Ausgabe: Astonishing X-Men #43 (December 2011)
Gesammelte Ausgaben: 43 + 1 Special + 5-teilige Miniserie

Warum rein ins Abo: Astonishing X-Men wurde damals als Vehicel für Buffy-Erfinder und jetzigen Avengers-Regisseur Joss Whedon ins Leben gerufen, der zusammen mit Zeichner John Cassaday, zwar in Continuity, aber außerhalb des Strengen Korsetts der Haupttitel, angeblich machen konnte was er wollte. Ich hatte schon immer was für Marvels Mutanten übrig, die stringente Vision eines Autors ist meist auch ein gutes Zeichen und der Hype um einen namhaften TV-Autor tat sein übriges. Gut, Cassaday passte mir nicht wirklich in den Kram,ich hab ihn aber schnell schätzen gelernt.
Es ging auch direkt im ersten Arc stark los, Whedon beweist hat ein Händchen für die Figuren und führte interessante neue Konzepte ein die auch heute noch Bestand haben (z.B. S.W.O.R.D. oder Danger). Leider schleichen sich schon ziemlich schnell erhebliche Scheduleprobleme ein.Der zweite Arc schleppt sich hin und vor dem dritten pausiert der Titel für fast ein halbes Jahr. Derart auseinander gerupft konnten sich die eigentlich sehr guten Storys nicht richtig entfalten, und als Heftchenleser  verlor ich schnell da Interesse. Am Stück gelesen ist es aber nach wie vor ein toller Run, den Whedon und Cassaday nach 24 Ausgaben beenden, nicht ohne dem Ganzen vorher noch mit dem und dem Special Giant Sized Astonishing X-Men ein rundes Ende zu verpassen.

Marvel stampft eine erfolgreiche Serie natürlich nicht einfach ein, nur weil das Creative Team alles gesagt hat. Wer kann die großen Schuhe füllen? Niemand wirklich, das gleich vorweg, aber Warren Ellis versucht es, und er tut gut daran einen anderen Ansatz zu wählen. Ellis hat es sich verdient dass man ihm eine Chance gibt, und so bleibt Astonishing X-Men erst mal im Abo. Es hat bei mir etwas gedauert bis ich Ellis Ansatz verstanden habe. Er holt ein paar passende X-Men Themen aus seiner Ideen-Schublade und schafft einen Rahmen in dem der Zeichner zählt, und die Story nur ein Gerüst ist, solide, aber nichts besonderes. Der erste Kandidat ist Simone Binachi, dessen Stil ich nicht nur für die X-Men, sondern für Sequential Art im allgemeinen ziemlich unpassend finde, weshalb Astonishing, wie der Titel auch kurz genannt wird, schon auf meiner Abschussliste stand.
Retten konnte ihn nur die Ankündigung von Phil Jimenez, den ich sehr mag und der auch im nächsten Storyarc hervorragende Arbeit abliefert. Leider bleibt sich die Serie auch mit den Verzögerungen treu, und auch Jimenez Run erscheint mit teilweise absurden Verspätungen. Zeitweise machten schon Gerüchte um eine Cancelation mitten in der Storyline die Runde, die vor allem dadurch hervorgerufen wurden das Marvel Astonishing nun plante als Miniserien weiterzuführen und die Astonishing X-Men: Xenogenesis Miniserie parallel zu den Verbleibenden Jimenez-Ausgaben erschien. Bis auf die Nummerierung änderte sich dort jedoch nicht viel, Ellis gab diesmal Zeichner Kaare Andrews eine Menge Luft und viele Splashpages um sich mit einer typischen X-Story zu präsentieren. Wer damit leben kann hatte eine Menge Spaß. Irgendwann gingen beide Arcs, der des Haupttitels und der der Mini zu Ende und Ellis hatte erst mal wieder genug von den X-Men. Was nun?

Warum aus dem Abo: Der Ansatz der Astonishing Miniserien (der auch andere Figuren umfassen sollte) wurde schnell wieder fallen gelassen und so ging es erst mal mit der #36 der Ongoing Serie weiter. Autor nun Daniel Way, der an guten Tagen echt super und auch an schlechten meist solide ist. Sein Storyarc Monstrous mit Penciler Jason Pearson wird bereits nach zwei Heften durch den Beginn eines weiteren Storyarc, passend Meanwhile betitelt, von dem Creativ Team Gage/Bobillo unterbrochen. Maximale Konfusion macht sich breit, auch wenn beide Arcs ziemlich gut anfangen. Nach hinten raus verlieren aber beiden gleichermaßen den Fokus und enden undurchdacht und lustlos. Es wird deutlich, der Titel hat seine Schuldigkeit getan. Offensichtlich weiß Marvel nichts mehr mit Astonishing anzufangen, und so geht auch der Relaunch aller X-Men Titel komplett an der Reihe vorbei. Der Sargnagel ist für mich die #43, die weder mit der Story noch optisch auch nur ansatzweise punkten kann. Die Mail an den Comicmann ist raus. Abbestellt.

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6 Kommentare leave one →
  1. 20/11/2011 02:51

    Stimme dir eigentlih bei allem zu, bleib aber wohl trotzdem noch ein wenig dabei, zumindest sporadisch.

  2. 20/11/2011 10:49

    Ich hol mir meinen X-Men fix nun bei den Hauptserien, mal sehen wie die sich machen.
    Bei Astonishing geht es ja weiter mit Greg Pak, glaube ich. Der kann ja schon was. Aber ich brauch das wohl einfach nicht mehr.

  3. 21/11/2011 04:06

    Greg Pak lese ich eigentlich ganz gerne daher werde ich wohl weiterlesen. Was John Cassaday angeht finde ich seine Action Sequenzen meistens sehr gut. Bei normalen gesprächen und allem ohne Explosionen sieht es meist fad und seelenlos aus.

  4. 22/11/2011 09:45

    Ich finde jetzt auch Mike McKone nicht so spannend. Von daher ein guter Absprungspunkt für mich.

  5. 22/11/2011 12:40

    Habe den Whedon Run ja neulich irgendwann noch mal gelesen.
    Ist einer dieser „Würde ich im Zweifelsfall auch mal etwas Unbedarfteren durchaus empfehlen“-Comics, weil es eben wirklich gut auch ohne viele Vorkenntnisse und Continuity-Seitenblicke geht und schön straight ist.

  6. 22/11/2011 13:24

    Ja, ist eine runde Sache und vielleicht DER X-Men Einstieg, der ja ansonsten eher schwierig ist.

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