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Wolverine and The X-Men #1

10/12/2011

Die Welt der Marvel Mutanten ist ja eher eine von Tragöden geprägt. Verfolgt und gehasst von denen die sie geschworen haben zu beschützen, heißt es. Da gibt es meist wenig zu lachen. Zumindest bisher. Mehr Spaß bringt ausgerechnet Jason Aaron, eigentlich bekannt als Autor der härteren Gangart (ScalpedWolverine, PunisherMAX). Dass Aaron auch anders kann, hat er schon in der Miniserie Astonishing Wolverine/Spider-Man gezeigt. Und so ist auch Wolverine and The X-Men eine spaßig bis alberne Achterbahnfahrt geworden.

In dem ebenfalls von Aaron geschriebenen X-Men Event Shism gab es offensichtlich (ich habs nicht gelesen) ein Zerwürfnis zwischen Wolverine und Cyclops, welches darin mündet dass Cyclops einen eher militärischen Zweig der X-Men gründet, während sich ausgerechnet Wolverine auf Xaviers ursprüngliche Idee besinnt und, mit der Hilfe von Kitty Pryde und Beast, die Schule für Mutanten neu aufbaut. Und wäre Logan als Schulleiter nicht schon Potential genug für witzige Szenen, erscheinen auch noch Abgesandte des New York State Departments for Education um am ersten Tag im halbfertigen Schulgebäude nach dem Rechten zu sehen. Wie praktisch, so kann man dem Leser passend zur ersten Ausgabe direkt einen umfassenden Einblick in Schule, Schüler und Lehrkörper präsentieren.

Viel mehr Story bekommt man, abgesehen vom Cliffhanger, auch nicht geboten. Aber ist auch gar nicht nötig. Dafür hagelt es gute Szenen und Momente bei denen man aus dem Grinsen nicht mehr raus kommt. Angefangen bei Charles Xavier, der Logan noch mal Mut zuspricht, bis zu Beast als verrückten Wissenschaftler. Die Einführung aller Figuren geschieht nahtlos. Alles richtig gemacht. Selbst die teilweise massive Textflut, mit der die Seiten vollgestopft sind (einige Sprechblasen sind riesig) ist dank Aarons cleverer Dialoge leicht verdaulich.

Es gibt nicht viele Zeichner die populär genug sind um einem neuen X-Men Haupttitel gerecht zu werden und trotzdem einen Stil haben, der den Spaß transportieren kann, den Aarons Script liefert. Ed McGuinness wäre jemand. Oder Joe Madureira. Oder eben Chris Bachalo. Den liebt oder hasst man. Letzteres meist wegen seines manchmal unklarem Stoytelling, denn er liebt es ungewöhnliche Kamerawinkel zu wählen und so muss man ab und zu zweimal hinsehen um zu erkennen was passiert. Nicht so hier. Meist klare aber trotzdem interessante  Layouts, gerne mit großen Panels, denen aber immer wieder kleiner Panels oder sogar 12 Panel Grids zur Seite gestellt werden damit der Leser auch inhaltlich auf seine Kosten kommt. Nicht mal der Einsatz von drei verschiedenen Inkern fällt negativ auf. Einzig die Kontraste könnten manchmal etwas schärfer sein, wobei mir unklar ist ob es Bachalo selbst beim Colorieren vergeigt oder ob es an der Produktion bzw. dem Druck liegt. So ein tolles Artwork hätte mehr Schärfe verdient. 

Ich hätte nicht erwartet noch mal so viel Spaß mit einem X-Men Titel zu haben. Wenn die Serie das Niveau beibehält und ihr auch Chris Bachalo noch eine Weile erhalten bleibt habe ich wohl vorerst „meine“ X-Men Serie gefunden. Einen netten Anhang gibt es auch noch. Also nicht schon nach der letzten Story-Seite das  Heft weglegen.
Sehr gut


Writer – Jason Aaron
Pencils & Colors – Chris Bachalo
Inks  – Tim Townsend, Jaime Mendoza & Al Vey
Letters – Rob Steen

Marvel Comics | December 2011 | $3.99

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