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Batman: Year One

23/12/2011

Am Anfang musste man zusehen, wie man Veröffentlichungen der Reihe DC Universe Animated Original Movies aus den USA bekommt, inzwischen lachen einen die Dinger inkl. deutscher Tonspur (und natürlich auch der originalen) im Saturn-Regal an.

So kürzlich passiert mit Batman: Year One. Lesern dieses Blogs werde ich wohl nicht aufmalen müssen, dass es sich dabei um eine Adaption der gleichnamigen Detective Comics Story Arc der Herren Frank Miller und David Mazzucchelli aus dem Jahre 1987 handelt, die im Sammelformat zu den essenziellen Must Haves gehört, die jeder halbwegs Batman-interessierte Comicleser im Regal stehen haben sollte.
Und um es gleich vorwegzunehmen: Produzent und Genre-Guru Bruce Timm hat wirklich nicht gelogen, als er im Vorfeld verkündete, dass sich das Ganze wie von selbst 1:1 zu einem Film umsetzen ließ. Unterschiede zwischen Vorlage und Adapation sind wirklich marginalstestens, hier wurden die Bilder und Worte von Miller und Mazzucchelli einfach mal eben zu bewegten Bildern und Ton.

Heißt natürlich: Als Adaption und Nerdvollbedienung ist die ganze Sache schon mal sehr gelungen.
Ist der Film aber auch als Film an sich gelungen? Natürlich ist es für mich schwierig, nach kurz zuvor noch vollzogenem Konsum der Vorlage von der dieser den ausreichenden Abstand zu haben, aber ich sage es mal so: Der „Rhythmus“ des Films, der in einer Stunde die Geschehnisse eines Jahres abbildet, ist natürlich schon ein sehr eigener. Ich könnte mir vorstellen, dass sich der eine oder andere Zuschauer daran etwas stoßen könnte, genauso wie schon All Star Superman in seiner Filmumsetzung nicht nur auf Gegenliebe stieß.

Bisherige Fans dieser Filmreihe müssen auch damit vorlieb nehmen, dass dieser visuell mal wieder ein bisschen (!) näher an Animes, als am gewohnten ist, und natürlich klingt es jedes mal immer wieder erst mal seltsam, wenn der animierte Batman den Mund bewegt, und man dabei mal nicht die Stimme von Kevin Conroy hört.

Wer sich beim Schauen, auch über das Grundthema hinaus an Batman Begins erinnert fühlt, liegt im Übrigen richtig. Auch Nolan’s Film hat sich bekanntlich ein paar Sachen aus der Vorlage zu diesem Trickfilm sehr direkt entliehen.

Ansonsten lebt die Geschichte wie gehabt vor allem davon, eigentlich schon mehr die „Origin Story“ von Jim Gordon (gesprochen von Bryan Cranston!), als die des dunklen Ritters zu sein.

Einen DC Showcase-Kurzfilm gibt es auch wieder als Bonus. Dieser dreht sich um Catwoman (wie im Hauptfilm von Eliza Dushku gespielt). Wie immer ist das Ganze eher ein kurzes Actionszenario, aber Drehbuchautor Paul Dini hat es hier (natürlich) ganz gut hinbekommen, mal eben alles, was man mit Catwoman verbinden mag – sehr an die Erscheinung und Stories der Figur aus jüngerer Vergangenheit angelehnt – auf den Punkt zu bringen. Macht Spaß.

Damit, für diesen Film eine Empfehlung auszusprechen, tue ich mich ein bisschen schwer. Man hat das Gefühl, das alles so ähnlich schon mal gesehen zu haben. Und das hat man zumindest partiell ja auch tatsächlich schon, natürlich in Batman Begins und dem (ich werde nie müde, das zu betonen) erzählerisch unglaublich reifen und symbolträchtigen Animations-Meilenstein Batman: Mask of the Phantasm. Dabei ist man es als Comicfan manchmal eh schon leid, sich bei Filmen grundsätzlich erst mal mit den bekannten Anfängen einer Figur rumschlagen zu müssen. Aber was man hier kriegt, wusste man ja auch vorher schon. Und dabei fällt es mir dann wiederum schwer, mich zwischen „Supertoll umgesetzt, geil!“ und „Hm … hätte ich das jetzt eigentlich wirklich gebraucht?“ zu entscheiden.

Schlussendlich aber muss man wohl einfach feststellen, dass Batman: Year One der Vorlage so nah dranbleibend gerecht wird, wie es noch mehr eben gar nicht (!) geht, und auch das Ergebnis davon dann ein durchaus etwas ungewöhnlicherer Film, anstatt Standardactionkost ist. Und wenn das mal nix ist …

Regie: Sam Liu & Lauren Montgomery | 64 Minuten | Trailer

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