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Batman Incorporated: Leviathan Strikes! #1

24/12/2011

Eigentlich sind Einzelheft-Kritiken und Aufreger-Blogposts ja nicht so mein Ding, aber hier muss ich es ja doch mal loswerden: Ich verstehe wirklich nicht, warum das, was Grant Morrison so alles bei Batman veranstaltet, auf so viel Gegenliebe stößt.
Schon Batman and Son und Three Ghosts of Batman gingen mir irgendwie auf die Eier (ja, hier muss tatsächlich Vulgärvokabular bemüht werden!). So, dass ich mir das Batman R.I.P.-Drama danach erst gar nicht mehr gegeben habe.
Beim Batman and Robin-Serientitel, bei dem dann teilweise Frank Quitely am Zeichenstift dabei war, habe ich Morrison’s Batman noch mal eine Chance gegeben, und war schnell wieder einfach nur von einer konfusen Erzählweise genervt.

Als ich jetzt im Comicladen diesen dicken Oneshot von Batman Incorporated zwischen den Neuheiten der Woche entdeckte, nahm ich ihn mal mit, zumal ich generell immer gerne mal solche Oneshots mit abgreife, und er zweitens wohl ein wenig eine Brücke zwischen vor und nach dem Relaunch schlägt. Heißt: Hier hat man es noch mit dem Prä-Relaunch-Status Quo zu tun (Bruce Wayne und Dick Grayson sind gerade beide noch Batman, Stephanie Brown ist Batgirl), das Heft hier soll allerdings wohl welche der in Batman Incorporated angefangenen Handlungsstränge mit über den Relaunch retten, damit diese noch mal aufgegriffen werden können.
Das Heft präsentiert dabei zwei Akte. Während sich der erste noch mal um Stephanie Brown dreht (was ist mit der Post-Relaunch eigentlich jetzt los, wo Barbara Gordon gerade wieder Batgirl ist? Ich weiß es nicht!), und ganz unterhaltsam ist, präsentiert danach der zweite Akt Morrison at his very worst.
Und ich rede hier nicht über die surrealen und abgefahreneren Momente, die in Zusammenarbeit mit Zeichner Chris Burnham vom handwerklichen Aspekt her absolut gelungen sind. Ich rede von Sprüngen im Handlungsverlauf, die kaum noch nachvollziehbar sind. Das Ganze ist – auch abseits einiger gewollt „verdrogter“ Panels – einfach nur total verwirrt und verwirrend.
Mag sein, dass ich zu wenig Kenntnis darüber habe, was unter dem Titel Batman Incorporated zuvor so alles abging (dass man hier einen entsprechenden Disclaimer ans Ende des Hefts gesetzt hat, ist auch nur wenig hilfreich), aber Morrison macht es einem beim Mitkommen alles andere als leicht.
Entweder ich bin zu blöd dazu, oder ich werde hier verarscht. Oder beides. Oder nichts von beidem, und es ist noch anders. Oder DC ist inzwischen einfach nur alles völlig egal.
Ich habe jedenfalls Mühe und Not Leviathan Strikes Chapter 2 zu folgen und gut zu finden. Auch wenn es optisch und in Einzelszenen durchaus viel hermacht. Und bevor wir uns missverstehen: Ich habe nichts gegen kompliziertes, surreales oder abgehobenes per se,ganz im Gegenteil, und ich bin als Batman-Fan auch nicht so konservativ, hier nur geradliniges und stromlinienförmiges lesen zu wollen (freue mich z.B. jedes mal, wenn Sam Kieth mal wieder den dunklen Ritter macht), aber Morrison treibt es für mich hier einfach wiederholt so auf die Spitze, dass ich mich fast aufregen könnte. Sein Batman-Kram erschließt sich mir einfach nicht. Null. Ganz und gar nicht.
Erklärt es mir jemand oder muss ich dumm sterben?


Story by Grant Morrison
Art by Cameron Stewart, Chris Burnham
Colors by Nathan Fairbairn
Letters by Sal Cipriano

DC Comics | December 2011 | $6.99

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6 Kommentare
  1. 25/12/2011 21:55

    Das Problem ist das du Batman Inc nicht gelesen hast. Ich hab die Reihe jetzt drei mal durch und so macht dieser One Shot schon viel mehr Sinn. Man muss die Ausgaben davor mindesten zweimal gelesen haben um alles wirklich zu verstehen ansonsten kann es keinen Spaß machen. Für mich war es aber wohl das Heft des Jahres.

  2. 11/01/2012 00:03

    geht mir ganz genauso… hab zwar den Band selbst nicht gelesen, aber mit Morrisons Batman konnte ich nie warm werden. Aufgehört habe ich mit der 666 und nochmal wie Du mit Batman&Robin unter Frank Quitely Zugang gesucht und nie gefunden… freu mich grad wie ein Schnitzel auf das Snyder-Relaunch-Hardcover

  3. 11/01/2012 10:02

    @El Tofu: Problem am besagten Heft dann wohl eher, dass DC genauer draufschreiben sollte, was eigentlich drinsteckt. Das ist ja mal echt ein völlig irreführendes Teil. Den Rest kann man dann meinetwegen gerne noch mit Geschmacksache abtun …
    … dennoch sollte man aber, wenn man einen augenscheinlichen (!) Oneshot im Comicladen abgreift, etwas besser reinkommen können

    @Legacy: Endlich mal noch einer. Wir scheinen damit ja ziemlich alleine zu sehen, viele finden Morrison’s Batman-Sachen großartig …

  4. 11/01/2012 11:13

    zu Morrison: Tja Morrison ist schon ein schwieriger Autor. Da muss man meist super viel Hintergrundwissen mitbringen und seine Sachen auch wirklich lange und mehrmals lesen um ihn zu verstehen. Wenn man sich aber darauf einlässt ist Morrison schon nicht schlecht.

  5. 11/01/2012 16:31

    Kinders, wir reden hier von Batman. Ich bin wirklich der letzte, der von Comics nur sowas wie „Popcorn-Trash“ will, ganz im Gegenteil, aber diese „muss man am besten mehrmals lesen, um es wirklich zu verstehen“-Nummer finde ich in Zusammenhang mit so einem Mainstream-Superheldentitel ja auch etwas naja ..
    Und nebenbei: Fand z.B. Morrison’s New X-Men und All Star Superman, und beides habe ich bereitstatsächlich mehrmals gelesen, sogar ziemlich super. Seine Batman-Sachen sind aber ein einzigen Ärgernis, wenn es nach mir geht.

  6. 12/01/2012 04:48

    Dann bleiben dir doch noch unzählige Batman Comics die nach deinem Geschmack sind.

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