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Winter Soldier #1

09/02/2012

Ich hatte es ja irgendwie geahnt. Brubakers über Jahre hinweg in Captain America gesponnene Story um Buckys Rückkehr findet, nach dem die Serie auf Grund des Kinofilms zugänglicher werden musste, in Winter Soldier seine logische Fortsetzung. Nur wohin mit Bucky Barnes nachdem Steve Rogers den Schild zurück hat? Zurück in den Untergrund aus Geheimoperationen und Sleeper-Agenten, aus dem er als Winter Soldier damals auftauchte. Längst totgeglaubt und mittlerweile eine gehirngewaschener Killer für die Russen. Totgeglaubt ist er, dank Fear Itself, mal wieder, was das abtauchen enorm erleichtert. Nur dieses mal kämpft er für die „Guten“, an der Seite seiner Partnerin Black Widow.

Plötzlich macht alles Sinn. Warum Captain America, trotz Brubaker, nurmehr eine ganz solide Superheldenserie ist, die den Vibe von Brubakers erstem Cap-Run vermissen lässt. Denn es ging Brubaker nie um den First Avenger, sondern immer um Bucky. Eine Figur die er, fast völlig frei von Continuity-Ballast , formen und zu seinem Charakter machen konnte. Und so fühlt sich Winter Soldier #1 ein wenig an wie nach Hause kommen. Auch inhaltlich geht es ungefähr da weiter wo Captain America #619 zu Ende ging. Bucky und Black Widow sind auf der Suche nach weiteren russischen Sleeper-Killern wie dem Winter Soldier, die auf dem Schwarzmarkt zum Verkauf angeboten werden sollen. Der Bogen zur Vergangenheit ist somit geschlagen und mein Interesse geweckt. Auch Buckys Umgang mit seiner Zeit als Sleeper wird weiter thematisiert. Und das Verschmelzen von Thriller-Elementen mit dafür eigentlich gar nicht passenden Figuren des Marvel Universums ist hier wieder zu finden.

Ein weitere alter Bekannter ist Zeichner Butch Guice, denn auch er hat vor der Neunummerierung an der Cap-Serie gearbeitet. Und es könnte kaum einen passenderen Zeichner geben. Sein Stil hat den nötigen Realismus für eine Thriller-Serie, ist dabei aber nie undynamisch und gleichzeitig irgendwie modern wie Maleev und trotzdem stellenweise retro wie Kubert. Unglaublich. Seine größte Stärke aber sind die Layouts. Jede Seite ist kompositorisch so ausgewogen, dass sie bereits bevor der Blick von Panel zu Panel wandert, als gesamtes wirkt und den Leser über die 20 Seiten des Heftes regelrecht in seinen Bann zieht. Bettie Brettweiser, die in den Credits völlig zurecht als Color Artist bezeichnet wird, verstärkt den Eindruck noch. Winter Soldier #1 sieht einfach verdammt gut aus.

Eigentlich hatte ich ja bereits mit dem Brubakers Captain America-Universum abgeschlossen und Winter Soldier eher aus einer Laune heraus mitgenommen. Was für ein Glücksfall, denn das ist wirklich genau was ich gesucht habe. Der Cliffhanger ist pakend und nutzt clever die Vorteile eines Superheldenuniversums, das Artwork passt perfekt und ist sehr atmosphärisch und die Story belohnt langjährige Leser ohne Neueinsteiger im Regen stehen zu lassen. Ich kann die #2 kaum erwarten.
Sehr gut

Writer – Ed Brubaker
Artist – Butch Guice
Color Artist  – Bettie Brettweiser
Letterer & Production – VC’s Joe Caramanga
Marvel Comics | April 2012 | $2.99

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