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Batman/Superman #1

13/07/2013

Batman_Superman_1_FullIch hab ja zuletzt kaum ein gutes Haar an DC gelassen. Katastrophale Personalpolitik, editoriales Diktat, dass vielversprechende Titel vor die Wand fuhr, und inkonsistentes Artwork durch beinahe alle Serien. Nach anfänglicher Euphorie für die new 52 hab ich – bis auf Batman von Erfolgsteam Snyder/Capullo und Layman an TEC – so ziemlich das Interesse an allen Erscheinungen aus dem Verlag verloren. Irgendwas hat mich dann aber doch geritten, mit Batman/Superman von Greg Pak und Jae Lee noch mal einen DC-Titel ins Abo zu nehmen. Das lag vor allem an der Vorstellung, einen ungewöhnlichen und total un-superheldigen Zeichner wie Lee an den bekanntesten Superhelden der Welt zu sehen. Ich erwartete nichts großartiges, eher etwas interessantes, was ja schon weitaus mehr ist, als man üblicherweise in der Superheldenlandschaft geboten bekommt.

Und interessant ist es geworden. Jae Lees lässt Gotham wie einen abstrakten, von Fritz Lang inszenierten Traum aussehen.Knorrige Bäume uns steinerne Engel. Undefinierbare Gebäude. Ganz klar Batmans Heimatstadt. Dennoch wirken die Handlungsstätten unkonkret, was auch an den Hintergründen liegt, die sich größtenteils ins dunstigen Farbspielereien erschöpfen. Das mag Absicht sein, denn Greg Paks Story schlägt in die „Es ist nicht so wie es scheint“-Kerbe. Zum einen wird das gegen Ende klar, in dem ein Superman in T-Shirt und Jeanshose gegen einen modernen Batman antritt. Zum anderen lässt der Titel der Geschichte – Cross Worlds – so etwas vermuten. Zurück zu Lee. Aber eigentlich wollte ich ja sehen, wie er die beiden Helden umsetzt. Darauf muss man aber zunächst warten, denn auf den ersten Seiten geht es um ihre Alter Egos Bruce Wayne und Clark Kent. Während ich Wayne ohne Kontext nicht erkannt hätte ist Clark wirklich außerordentlich gelungen. Außer von Frank Quitely in All-Star Superman habe ich diese gespielte Verletzlichkeit und Zurückhaltung, die Supermans Fassade als harmloser Reporter nur möglich macht, noch nie so gut umgesetzt gesehen. Aber auch in Kostüm macht der Stählerne aus Lees Feder eine gute Figur. Batman sogar eine noch besser. Ausufernde Capes, das ist was für den Zeichner.

Auch die Story hat zumindest mal mein Interesse geweckt.  Viel wird zwar noch nicht klar, außer dass irgendjemand (vielleicht kennt man ihn, ich bin in der DC History nicht so bewandert) Besitz von Superhelden – hier Catwoman – ergreift und in ihrer Gestalt Verbrechen verübt. Außerdem schein es einige zeitliche/interdimensionale Ungereimtheiten zu geben. Aber die Interaktion zwischen Batman/Superman bzw. Wayne/Kent passt, und genau darauf kommt es bei einem solchen Titel an. Mein einziges Problem mit Batman/Superman #1 ist eigentlich nur der Zeichnerwechsel. Bei DC bekommt man für $3.99 in der Regel eine Backup-Story. Diese hat man hier zugunsten zusätzlicher Seiten für die Hauptstory gestrichen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, wären diese nicht von Ben Oliver. Nichts gegen Oliver an sich. Er bemüht sich auch redlich, den Übergang von Lee so schmerzfrei wie möglich zu gestallten. Aber ein Zeichnerwechsel mitten in der Story ist immer ungünstig. Vor allem, wenn jemand mit so einem distinktiven Stil wie Lee am Werk war. Es muss doch möglich sein genug Zeit einzuräumen, damit der Hauptzeichner noch 7 Seiten drauflegen kann. Immerhin ist dies eine #1. Schlechte Planung, DC. Aber das ist man ja gewohnt.
Gut


Writter: Greg Pak
Artists: Jae Lee, Ben Oliver
Colors: June Chung & Daniel Brown
Letters: Rob Leigh

DC | August 2013 | $3.99

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2 Kommentare
  1. 26/07/2013 02:54

    Klingt ja irgendwie doch gut. Da ich zur Zeit gar keinen DC Titel lese, könnte mans ja riskieren.

  2. 26/07/2013 09:05

    Ja, war echt so schlecht nicht. Mal sehen was da noch kommt.
    Und außer Batman und Detective Comics lese ich auch nichts mehr von DC. Ach ja, und Adventures of Superman digital.

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