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The Bounce #1

24/07/2013

bounce-001-coverJoe Casey ist nicht unbedingt der populärste Superhelden-Autor. Dabei hat er durchaus das eine oder andere Schwergewicht im Lebenslauf. Aber entweder sein Run war einfach nicht prägend  genug (Uncanny X-Men) oder die Serie einfach die falsche (Adventures of Superman). Dennoch sind Superhelden Caseys große Leidenschaft, die ihn auch bei seinen eigenen Projekten nicht los lässt. Sei es der kosmische Held Adam Archer aus Godland, sein weitestgehend übersehene Wildstorm-Kleinod Atomatic Kafka, der klassische Anti-Held Butcher Baker oder seine beiden aktuellen Image Serien Sex und…genau..The Bounce. Alles Casey-Superhelden. Und dabei schafft er es meistens, auch im x-ten Anlauf dem Gerne noch eine neue, interessante Seite abzugewinnen. Meistens.

Auch Jasper Jenkins –  The Bounce – ist kein ganz normaler Superheld. Schon auf der ersten Seite nimmt Jasper einen tiefen Zug aus der Bong und zeigt damit, die mit großer Kraft kommende große Verantwortung ist nicht unbedingt seins. Doch obwohl Slacker mit Hang zum Drogenkonsum schwingt sich Jasper bei Gefahr in sein etwas über-designte Superheldenkostüm und stellt sich den fiesen Superschurken entgegen.Wie man es von gemeinen Superhelden kennt. Und auch sonst weicht in The Bounce #1 wenig vom Schema F ab. Es gibt den Helden, den Schurken, und eine hinterhältige Regierungsverschwörung. Und das ist auch das Problem der Serie: Es ist noch nicht so ganz klar, was hier anders läuft als in so vielen anderen Superheldencomics. Außer dem bisschen Drogenkonsum. Casey ist immer daran interessiert, Superhelden mit etwas…erwachseneren Themen auszustatten, ohne daraus direkt einen Aufhänger zu machen. So auch hier. Aber reicht das? Es ist an sich nichts gegen eine klassische Superheldengeschichte einzuwenden. Doch in der Regel haben diese ikonische Hauptfiguren mit einer reichen Hintergrundgeschichte und einem ganzen Universum als Spielplatz zu bieten. The Bounce muss ohne dies auskommen, und steht dadurch etwas verloren da.

Auch das Artwork reißt die Ausgabe nicht aus dem Mittelmaß. David Messina ist durchaus kompetent und hat seinen eigenen Stil. Aber die Layouts sind durch die Bank uninspiriert, das Storytelling gewöhnlich und stellenweise sogar etwas hakelig. Gerade in der einzig originellen Szene, in der Jasper ein anderes Superwesen „einatmet“ und dadurch eine Trip fährt, und Messina wirklich hätte aufdrehen können, gibt es ein paar psychedelisch Effekte aus der der Standardschublade. Definitiv eine verschenke Chance, nicht nur für Messina, sondern für das gesamte Heft.

Weder Casey noch Messina können mir so recht zeigen, warum ich The Bounce lesen sollte. „Der kiffende Spider-Man“ ist einfach nicht genug, um Leser bei der Stange zu halten. Und auch die Welt, in der Jasper Jenkins agiert, weiß sich nicht so recht vom Einheitsbrei der großen zwei abzusetzen. Eher im Gegenteil. Zwar gibt es gegen Ende einen kleinen Hinweis darauf, das sich letzteres ändern könnte, aber da muss schon ein gewaltiger Bruch kommen, um The Bounce zu einem spannenden Titel werden zu lassen. So ist The Bounce #1 leider enttäuschendes Mittelmaß.
Ich bin übrigens etwas spät dran mit dem Review. The Bounce #3 erscheint bereits diese Woche.
Gewöhnlich


Writer: Joe Casey
Pencils, Inks & Color Supervison: David Messina
Colorist: Giovanna Niro
Letterer: Rus Wooton

Image | May 2013 | $2.99

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