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HYPE! – „Velvet“ von Ed Brubaker und Steve Epting

13/08/2013

Die diesjährige Image Expo hatte es in sich. Es gab mehr interessante Ankündigungen als auf der ungleich größeren und vermeidlich bedeutenderen San Diego Comic Con. Eine dieser Ankündigungen war Velvet, der neuen Ongoing von Ed Brubaker und Steve Epting. Die beiden hatten sich mit ihrem nach heutigen Maßstäben wirklich ellenlangen Captain America Run einen Namen gemacht. Statt straighter Supeheldenaction gab es einen Spionagethriller voller Intrigen und Wendungen – und mit einem starken Supportcast. Velvet haut in eine ähnliche Kerbe. Die Titelheldin Velvet Templeton ist eine ehemalige Agentin, die sich nun als Sekretärin dem Innendienst verschrieben hat. Der Mord an einem Agenten fordert jedoch ihren Einsatz auf der Straße, das erst mal seit 20 Jahren.“Ja Mensch“, höre ich da die Comic-Community sagen „eine Agentenserie von Brubaker. Das kommt ja circa so überraschend wie eine Arschfickszene in einem Garth Ennis-Comic.“ Richtig. Allerdings hat Brubaker das Genre einfach drauf. Sein Captain America, und auch die Nachfolgeserie Winter Solider, sind Geschichte, und haben zumindest bei mir ein Vakuum hinterlassen. Ein Agenten-Thriller-Vakuum. Und wer weiß, vielleicht vermag Velvet dieses zu füllen. Wer dringend mal was ganz anderes von Brubaker lesen möchte, darf sich gerne seinen schnarchigen und zum Glück nur kurzen Uncanny X-Men-Run reinziehen. Schuster bleib bei deinen Leisten….unsoweiter. 

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Ebenfalls der richtige Mann für das Genre ist Steve Epting. Er mag kein Top Ten-Zeichner sein, und ist auch nicht so populär wie die stilistisch ähnlichen Kollegen Lark oder Phillips, aber er kann bodenständig, kann realistisch, aber kann auch Action. Und ist alles andere als nur Durchschnitt. Das hat er bei Cap oder Winter Solider bewiesen. Damit Epting keinen Ersatzmann braucht, wird Velvet – so wie es sich bereits bei Saga bewährt hat – nach jedem Storyarc ein kleines Päuschen machen, damit der Zeichner mal seine Zeichenhand (und im Fall von Velvet auch Tuschhand) ausschütteln kann. Sieht doch alles schon sehr vielversprechend aus. Aber es wird noch besser. Bettie Breitweiser, die ebenfalls mit Brubaker und Epting an Captain America gearbeitet hat und auch Brubakers anderen Image-Titel Fatale betreut, wird kolorieren.
Zugegeben, so über-excited, so ichkannsnichtabwarten, bin ich nicht. Dafür ist das Konzept einfach nicht spektakulär genug. Aber das Creative Team hat sich mit ihren bisherigen Arbeiten definitiv mein Vertrauen, und einen Blick in mindestens die ersten 3 Ausgaben, verdient. Und ich bin fest überzeugt, Brubaker holt aus der Serie einiges heraus. Immerhin doktert er nach Eigenaussage schon seit acht Jahren an der Serie rum. Ihm liegt wirklich etwas an Velvet Templeton. Wen das alles nicht überzeugt, den kann vielleicht die Tatsache locken, dass sich hier endlich mal eine starke Frau in der Titelrolle befindet. „Es gibt zu wenig starke Frauenrollen in Comics“, sprach der Comicnerd, und griff zum 12. Batman-Titel. Im Ernst, es wird das publiziert, was sich verkauft. Und Velvet ist doch mal eine gute Gelegenheit, die Kohle dahin zu stecken, wo die Klappe ist. Wie der Ami sagt.
Velvet #1 erscheint, wenn alles nach Plan läuft, im Oktober 2013 bei Image Comics, wird $3.50 kosten, aber auch 40 Seiten haben.

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