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It’s Mittwoch! (KW 02/2014)

08/01/2014

Ja. Ich lebe noch. Hatte aber zwischen den Tagen besseres zu tun, als meinen Senf ins Internetz zu schmieren und brauche auch im neuen Jahr eigentlich immer etwas länger, um in die Gänge zu kommen. Comics gibt es natürlich trotzdem:

  • Shaolin Cowboy #4
  • Detective Comics #27
  • Batman/Superman #7
  • FBP Federal Bureau Of Physics #7
  • Drumhellar #3
  • Invincible Universe #9
  • Walking Dead #119
  • Suicide Risk #9
  • Letter 44 #3
  • Bandette #6 (digital)

Davon ab gibt es noch so einiges.

BWBlack Widow #1  (Marvel)
Ich habe aus diversen Gründen derzeit keinen Bock auf Marvel Comics. Aber hätte ich Bock, ich würde mir Black Widow mal ansehen. Nathan Edmondson hat mich mit Who is Jake Ellis? begeistert und auch sein The Activity ist ziemlich unterhaltsam. Wenn man denn auf so gämzich unromantische Agenten-Stories steht. Aber da passt Black Widow ja perfekt rein. Eventuell nehm ich ja doch noch eine Ausgabe mit, wenn eine rumliegt. Denn Zeichner Phil Noto mag ich auch.

mwMultiple Warheads Vol. 1 TP (Image)
Wer Phil Noto nicht so sehr mag ist Brandon Graham (geile Überleitung, was?) . Aber muss ja auch nicht. Dafür macht er ziemlich coole Comics. So schreibt er das ziemlich durche Prophet. Multiple Warheads ist irgendwie sogar noch durcher und man weiß nicht immer so recht, was wann wie warum passiert. Aber zum einen kann sowas mal ganz spannend sein, finde ich, zum anderen sieht Grahams einzigartiger Zeichenstil wirklich bombastisch aus. 

LVLil Vampi #1 (Dynamite)
Hilfe. Der Lil hier und Baby-Cover da Trend ist sowas von durch. Ichkannsnichtmehrsehen. Aber es wäre nicht das Medium Comics, wenn eine Idee nicht ewig durchgekaut, verwässert und leidelich wiederbelebt würde, bis der „der Markt ist am Boden“-Arzt kommt. Nun hat es also „Sexsymbol“ (siehe auch -> Wichsvorlage) Vampirella erwischt. Wie passend. „Du stehst auf halbnackte Vampirinnen, denen die Titten aus dem Kostüm fallen? Hier, gibt’s jetzt endlich auch für Kinder“. Äh…ja. Das zugegeben wirlich niedliche Cover kommt von einem Erfinder des Lil-Präfixes, Art Baltazar. Im Inneren muss man sich mit Eric Trautman und Agnes Garbowska begnügen. Man kann Garbowska (a name like a Bond villain) zu Gute halten, dass sie nicht versucht, den üblichen, von Baltazar gefägten Lil-Irgendwas-Stil zu kopieren, sondern durchaus eigenständig ist. So richtig super ist es dennoch nicht.

Als Bonustrack gibt es diese Woche das Cover zur 4. Auflage von Sex Criminals #1, weil Reprints eigentlich nie Cover der Woche werden, man es aber doch gesehen haben sollte (und vermutlich auch schon hat, aber man weiß ja nie).

sex-criminals1-fourth-printing

Die dort erwähnte Applebee’s-Konversation kann man u.a. hier nachlesen.

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Guten Rutsch!

31/12/2013
by

Wir lesen uns nächstes Jahr.

PS: Ja, es gab zwischen den Tagen auch Mittwoche, Comics und Cover. Aber es war zum einen nicht der Rede wert, zum anderen hatte ich besseres zu tun (wie z.B. die PlemPlemProductions Webseite zurenovieren. Schaut mal rein).

Plume – Band 1: …wie eine Rauchwolke

22/12/2013

plume-band-1-wie-eine-rauchwolkeNormalerweise beschäftigen sich meine Reviews ja mit Heftchen diverse US Publisher. Plume Band 1:…wie eine Rauchwolke von Dani Books fällt da ziemlich aus der Reihe. Das liegt daran, dass es sich hierbei um mein erstes Review auf der Basis eines Rezensionsexemplars handelt, das mir Dani Books-Chef und Plume-Übersetzer Jano Rohleder freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Danke dafür.

Die mir vorliegende Fassung ist die ins Deutsche übersetzte Printausgabe des Mystery-Westerns der Amerikanerin K. Lynn Smith, den diese im Original als Webcomicreihe veröffentlicht. Und das ist auch das Problem die Stärke das Besondere an Plume. Denn die für Webcomics typische Erscheinungsform von einer Seite pro Woche hinterlässt deutliche Spuren in der Erzählstruktur. Dies äußert sich unter Anderem darin, dass die Story um Vesper Grey und ihren mysteriösen Beschützer Corrick nicht so recht in die Gänge kommen will. Nach den über 150 Seiten des ersten Bandes – auf 5 Kapitel aufgeteilt – gibt es wenig mehr als eine Idee, den Ansatz einer Geschichte. Als hätte man gerade den Pilotfilm einer Serie gesehen, nach dem es erst richtig losgehen soll. Aber dennoch wird es nie wirklich Langweilig, da jede Seite eine eigene kleine Geschichte erzählt und mit einem Schlüsselmoment, einem (milden) Schocker, eine kleinem Gag oder auch einem visuellen Schmankerl endet. Wie es sich für ein Webcomic gehört. Das sorgt für einen hohen Unterhaltungswert, aber auch Stellenweise für Frustration. Denn wenn Smith sich einmal etwas tiefergehenden Ideen oder Charaktermomenten widmet – wie etwa des Rachethemas, welches immer wieder auftaucht – erlaubt sie sich selbst nicht, das weiter zu erforschen, sondern schwenkt mit der nächsten Seite bereits auf einen andern Aspekt um. Schade.
Was Plume an stringenter Story fehlt, macht der Titel mit den Figuren teilweise wieder wett. Vesper, Connick oder auch die Prostituierte Tegan sind sympathisch, schlagfertig, haben eine eigene Stimme und vermeiden typische Westernklischees weitestgehend. Überhaupt vergisst man oft, dass es sich bei Plum um einen Western handelt, was auch am Artwork liegt.

Klar. Smith zeigt alles, was zu einem echten Western gehört. Revolver, Pferde, Saloons. Auch die Kleidung aller Figuren. Das passt schon auf dem Papier. Allerdings ist das Artwork etwas clean und die Protagonisten etwas zu Manga-esque, um wirkliches Westernfeeling aufkommen zu lassen. Selbst wenn eine Kutsche massiv Prärie-Staub aufwirbelt, so richtig schmutzig wird es nie. Was nicht bedeutet, dass Plume schlecht aussieht. Ganz im Gegenteil. Ebenso wie die Handlung ist der Seitenaufbau recht Charakter-zentrisch. Der Bildausschnitt ist immer na dran an den Hauptpersonen, die Hintergründe sind oft nur Muster oder Farbeffekte. Das funktioniert, weil Smith keine Schwierigkeiten hat, ihren Figuren mit der stets passenden Mimik Leben einzuhauchen. In den Fällen, in denen es Hintergründe zu bewundern gibt, sind diese auch wirklich gelungen. So dürfte es sich hierbei eher um eine zeitökonomische Entscheidung handeln, als mangelndes können.
Eine besondere Erwähnung verdient die Koloration, die in den violetten Pastelltönen ebenfalls nicht besonders Western-typisch daherkommt. Dafür sorgt sie für einen wirklich eigenständigen Look, ein echtes Wiedererkennungsmerkmal, das Plume aus der Menge an Veröffentlichungen hervorhebt. Vor allem auf den Seiten, die nur visuelle wirken sollen und kaum Handlung haben, sehen richtig toll aus und zeigen, was in Zukunft noch so alles drin ist.

Ob man Plume nun weiterempfiehlt oder nicht häng stark davon ab, was man von einem Comic erwartet. Wer sympathischen Figuren, gelungenem Artwork und eine tollen Koloration etwas abgewinnen kann und gleichzeitig im Hinterkopf behält, dass die Serie ursprünglich als Webcomic angelegt und dementsprechend strukturiert ist, der wird hier seinen Spaß haben. Dafür sorgt auch der gelungen Mix aus Dramatik, Action und Humor. Sucht man allerdings eine noch nie dagewesene und tiefgehende Story mit typischem Western-Feeling, wird man mit Plume nicht glücklich werden.

Plume – Band 1: …wie eine Rauchwolke ist in jedem Comicshop oder bei Dani Books direkt erhältlich

Story – K. Lynn Smith
Zeichnungen– K. Lynn Smith
Übersetzung – Jano Rohleder

Dani Books | Dezember 2013 | 14.00 €

Un-Cover der Woche – KW 51

22/12/2013

TooW

Trish Out Of Water #3

A-ha-ha-ha-ha-lter. Was ist DAS denn!? Nehmen wir nur mal an, das Logo wäre keine total unübersichtlich Grütze. Und die Fresse nicht total schief gezeichnet. Und man hätte sich die Mühe gemacht, diesen nebenbei hingerotzten Sketch doch noch halbwegs brauchbar zu inken. Und keinen erst 4jährigen Koloristen engagiert, der noch denkt, „Hautfarbe“ wäre Schweinchenrosa. Dann die Schrift nicht mittels MS Paint zusammengeschraubt. Dann, ja, DANN wäre es immer noch das langweiligste Comiccover, seit die ersten Menschen des Pleistozän sequentielles Geschichtenerzählen auf ihren Höhlenwänden praktiziert haben. 

Cover der Woche – KW 51

21/12/2013

CM6

Captain Midnight #6
von Freddie Williams II und Dan Scott

Gemalter, realistischer Stil und Dynamik gehen nicht zusammen? Fuck You, sagen Freddie Williams II und Dan Scott. Dazu gibt es hier noch mehr 3D-Gefühl, ganz ohne irgendwelche produktionstechnischen Tricks, als in allen DC-3D-Covern zusammen und mehr Geschwindigkeit, als im durschnittlichen Flash-Comic. Ich kann gar nicht mal genau sagen, wie die Beiden das gemacht haben. Klar, dieser zu Speedlines verschwimmende Boden, der sich in den Gebäuden fortsetzt, gehört dazu. Ebenso wie die Einschläge und natürlich der verkantete Hintergund. In der Theorie alles ganz logisch, es aber dann auch so überaus genial umzusetzen, da gehört schon was zu.

Velvet #1

20/12/2013

velvet1a-covWenn man mich fragt, welcher Run an bekannten Superheldentiteln zu meinen liebsten zählen, landet Ed Burbakers und Steve Eptings Captain America locker in der Top 3. Also ganz locker. Dieser eigentlich lupenreine Agententhriller, der trotzdem den Charakter nicht ganz umkrempelt oder die Superheldenwurzeln leugnet. Immer noch sehr empfehlenswert. Da war die Freude natürlich groß, als Brubaker einen neuen Agententhriller ankündigte. Wieder mit Epting. Diesmal ohne Superhelden, dafür bei meinem Lieblingspublisher Image.

Der Aufhänger von Velvet ist der, dass statt Cap, Bond oder Bourne hier Velvet Templeton im Mittelpunkt steht, die zwar auch über Erfahrung als Field Agent verfügt, mittlerweile aber eher eine Art Sekretärin der Geheimorganisation ARC-7 ist. Als einer der Topagenten in eine Falle tappt und sein Leben lassen muss, ist es Velvet, die nicht nur an der offiziellen Geschichte zweifelt, sondern auch ein persönliches Interesse hat, ihren Quasi-Ruhestand zu beenden und sich der Sache anzunehmen. Klingt jetzt nur mäßig originell, aber Brubaker setzt die Szenerie absolut charmant und treffsicher um, da wird der Fall zur Nebensache. In den 70ern – mit Rückblenden in die 60er – angesiedelt, dürfen hier die Agenten noch Smokings statt Kevlar tragen und in schicken Sportwagen statt schwarzen Limousinen rumfahren. Und es wird geraucht. Aber so richtig. Dieser Retrocharme hilft Brubaker dabei, mit Velvet glaubhaft eine Nische zu besetzen zwischen realistischer Spionagearbeit und James Bond-Romantik. Und das ist vielleicht genau der Punkt, der Velvet ausmacht.

Doch so richtig verantwortlich dafür, wie gut die Welt – und Zeit – in der Velvet spielt funktioniert, ist Zeichner Steve Epting, der hier die wohl beste Arbeit seiner Karriere abliefert. Während es vielen Zeichner davor graut, Autos zu Papier zu bringen, schein Epting dabei geradezu aufzublühen. Sahen seine Actionszenen in Captain America teilweise noch etwas steif aus, ist auch dieser Kritikpunkt passe. Wenn man unbedingt meckern will, kann anmerken, wie stark die Photoreferenzen teilweise in seinen Hintergründen durchschimmern. Aber da Eptings Stil allgemein eher realistisch ist, fügt sich dieser Umstand relativ gut in das Gesamtbild ein. Das hat man schon schlimmer gesehen. Gewohnt gut ist auch die Koloristin Elizabeth ‚Bettie’ Breitweiser, die ebenfalls bereits bei Captain America an Board war und auch Brubakers anderen Image-Titel Fatale koloriert. Sie schafft es, den Titel trotz der vielen Szenen in blau-grauer Dunkelheit angemessen warm und…ja…70er-mäßig aussehen zu lassen. Ihr nächtliches New York mit den orangen Lichtern sieht fantastisch aus.

Ein filmreifer Auftakt für Brubaker, Epting, Breitweiser und Velvet Templeton, der leichte Schwächen in der Story durch ein gelungenes Setting und den perfekt getroffenen Ton wieder wettmacht. Aber Brubaker ist ja gemeinhin eher ein Mann des Wie, statt des Was, wie man schon bei seiner Icon-Serie Criminal sehen konnte. Auch da waren die Kriminalstorys ziemlich klassisch, erzeugten aber genau das Gefühl, welches man von dieser Art Comics erwartet. Und Velvet haut in eine ähnlich Kerbe. Ob das auf Dauer reicht, weiß ich nicht. Als Appetitanreger funktioniert es aber prächtig. Und für eine #1 ist das ja erst mal genug.
Sehr gut

Writer – Ed Brubaker
Artist – Steve Epting
Colors – Elizabeth Breitweiser

Image Comics | Oktober 2013 | $3.50

It’s Mittwoch! (KW 51/2013)

18/12/2013

Langsam schlagen die vielen Image Titel in der Pulliste voll durch. Puh…

  • BPRD Hell On Earth #114
  • Dark Horse Presents #31
  • Ghost #1
  • Black Science #2
  • Pretty Deadly #3
  • Saga #17
  • Sex #9
  • Ten Grand #6
  • Umbral #2
  • Daredevil #34

Interessantes diese Woche…

ghost-1-coverGhost #1  (Dark Horse)
Eine Art Superheldenserie bei bei Dark Horse. Und zwar eine mit recht langer Tradition. Ghost hatte bereits in den 90ern diverse (Mini) Serien und brachte es sogar zu einem Crossover mit Dark Horses Vorzeigehelden Hellboy. Anschließend war es um Ghost eine Weile still, bis die Figur von Kelly Sue DeConnick und Phil Noto zunächst für Dark Horse Presents, und später dann in einer 4-teiligen Miniserie wiederbelebt wurde. Die las sich sehr unterhaltsam, sah fantastisch aus und war wohl erfolgreich genug, um nun eine Ongoing folgen zu lassen. DeConnick ist geblieben, man hat ihr nun noch Christopher Sebela als Co-Autoren zur Seite gestellt. Freut mich, denn seine Serien Screamland wie auch High Crimes find ich beide super. Noto musste leider Ryan Sook weichen. Nichts gegen das Artwork von Sook, im Gegenteil, aber Noto passte wirklich absolut perfekt zu Ghost. 

DEC120722_mPowers Bureau Vol 1 Undercover TP (Marvel/Icon)
Das waren noch Zeiten. Da war Powers mal sowas, wie eine Lieblingsserie. Der Creator Owned Titel von Brian Michael Bendis und Michael Avon Oeming hatte ein unverbrauchtes Konzept, gute Ideen, klasse Dialoge und großartiges wie innovatives Artwork. Irgendwann wechselte Powers von Image zu Marvels ICON Imprint, was der Serie zwar einen kommerziellen Boost verschaffte, aber für mein Gefühl die kreative Talfahrt einläutete. Bendis verzettelte sich in narativen Experimenten und vergaß dabei Story wie Charaktere. Irgendwann erschienen neue Ausgaben nur noch sporadisch. Ich hatte längst das Interesse verloren. Bendis und Oeming sahen wohl, dass es so nicht weitergehen konnte, und nahmen einen Relaunch mit neuer #1 in Angriff. Der Marvel-Einfluss. Es sollte wieder monatlich werden, das war ein Versprechen. Auffällig war dabei, dass in den Credits Bendis nicht mehr explizit als Autor genannt wurde. Und auch der Inhalt ließ den Verdacht aufkommen – Powers war zum Großteil nur noch Oemings Ding. Auch wenn Oeming ein durchaus fähiger Autor ist, es war nicht mehr das Selbe. Nach über 10 Jahren flog Powers aus meine Abo. Zumal das Versprechen der regelmäßigen Erscheinungsweise auch nicht gehalten wurde. Worauf wollte ich hinaus? Ach ja…nach nur 11 Ausgaben in 2 Jahren gab es erneut einen Relaunch, diesmal unter dem Namen Powers Bureau. Hat aber keine Sau mehr interessiert. Powers, ehemals eine Top-Serie, war längst egal geworden. Bendis war es offenbar wichtiger geworden, so viele Avengers Serien wie möglich gleichzeitig zu schreiben. Immerhin bekam man den Schedule halbwegs in den Griff. So gab es 2013 immerhin 8 Ausgaben und somit nun ein Paperback. Und ganz vielleicht, wenn ich mich mal ganz nostalgisch fühle, guck ich da mal rein.